Technik ist für die meisten eine nützliche Sache, für viele ältere Menschen oftmals jedoch ein Buch mit sieben Siegeln. Dass immer mehr Menschen, sowohl in Polen als auch in Deutschland, älter werden und diese Zielgruppe somit rasant wächst, haben nun jedoch auch viele Hersteller von technischen Geräten entdeckt und versuchen nun ihre Produkte seniorengerecht zu machen.

Erfolgsbeispiel für dieses Konzept ist beispielsweise das Seniorenhandy. Dabei handelt es sich um ein Mobiltelefon, das speziell für ältere Menschen entwickelt wurden. Die Hersteller von Seniorenhandys werben vor allem damit, dass die Geräte leicht zu bedienen sind, über keine unnötigen Zusatzfunktionen verfügen und im Notfall unkompliziert und schnell um Hilfe gerufen werden kann. Die Verkaufszahlen sind in den letzen Jahren stetig gestiegen und besonders beliebte Marken wie Doro oder Emporia konnten ihren Gewinn zum Teil verdoppeln.

Die meisten klassischen Seniorenhandys verfügen über besonders große Tasten mit einem klaren Druckpunkt, laute Töne und ein gut lesbares Display. Für Menschen, die ein Hörgerät tragen, gibt es hörgerätekompatible Handys und manch ein Gerät verfügt auch über einen Fallsensor, der Alarm auslöst, wenn der Besitzer mit dem Gerät hinfällt.

Ausgefallenere Modelle wie die „Senioren-Smartphones“ bringen ein paar Funktionen mehr mit und verfügen über einen Touch-Screen, der meist jedoch durch eine herkömmliche Tastatur ergänzt wird.

Ganz gleich für welches Modell man sich entscheidet, im Alltag ist ein solches Seniorenhandy nicht nur nützlich, sondern kann mitunter die Lebensqualität des Besitzers steigern, Angehörigen mehr Sicherheit geben und die Pflege erleichtern. Im Ernstfall kann bei vielen Geräten durch einen einzigen Tastendruck eine Alarmfunktion ausgelöst werden, die mehrere eingespeicherte Nummern der Reihe nach anruft.

Die Preisspanne bei Seniorenhandys reicht von etwa 20 bis hin zu 200 Euro, wobei die meisten Modelle zwischen 30 und 80 Euro kosten.

Auch im Heft 02/2013 der Stiftung Warentest finden Sie einen umfangreichen Test, in dem 15 Seniorenhandys auf den Prüfstand gestellt werden und der zeigt, worauf man beim Kauf achten muss.

Um zu entscheiden, wie hoch die Leistungen sind, die die Pflegekasse Pflegebedürftigen zukommen lässt, gibt es verschiedene Pflegestufen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie viel Zeit in die Grundpflege investiert werden muss. Bei der Grundpflege handelt es sich um alle Tätigkeiten, die auf die Grundbedürfnisse zurück gehen (z.B. Körperfplege, Ernährung oder Mobilität).

Wenn die Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 nicht erfüllt sind, ein Hilfebedarf aber trotzdem besteht, gibt es seit dem 1. Juli 2008 die Möglichkeit einen Betreuungsbetrag in Höhe von 100 oder 200 Euro im Monat zu beantragen. In diesem Fall spricht man von der Pflegestufe 0.

Pflegestufe I: Erhebliche Pflegebedürftigkeit

  • mindestens 1x täglich ein Hilfebedarf bei mindestens 2 Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege
  • zusätzlich: mehrfach in der Woche muss Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung von Nöten sein
  • wöchentlicher Zeitaufwand: im Tagesdurchschnitt: 90 Minuten (wovon 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen

Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftigkeit

  • mindestens 3x täglich zu verschiedenen Tageszeiten wird Hilfe bei der Grundpflege benötigt
  • zusätzlich: mehrfach in der Woche muss Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung von Nöten sein
  • wöchentlicher Zeitaufwand: im Tagesdurchschnitt: 3 Stunden (wovon 2 Stunden auf die Grundpflege entfallen müssen)

Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftigkeit

  • Hilfebedarf bei der Grundpflege ist jederzeit gegeben, sowohl Tags als auch Nachts („rund um die Uhr“)
  • zusätzlich: mehrfach in der Woche muss Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung von Nöten sein
  • wöchentlicher Zeitaufwand: im Tagesdurchschnitt: 5 Stunden (wovon 4 Stunden auf die Grundpflege entfallen müssen)

Sind die Voraussetzungen für eine Einordnung in die Pflegestufe 3 gegeben und liegt zusätzlich ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf vor, so ist es zudem möglich eine Härtefallregelung in Anspruch zu nehmen. Die Voraussetzungen hierfür sind:

  • ein Hilfebedarf bei der Grundpflege von mindestens 6 Stunden täglich, wobei 3 Stunden auf die Nacht fallen
  • in vollstationären Einrichtungen ist zudem eine dauerhafte medizinische Behandlungspflege zu berücksichtigen

oder

  • der Hilfebedarf kann auch Nachts nur durch mehrere Pflegekräfte, die gleichzeitig tätig sein müssen gedeckt werden
  • bei wenigstens einer Tätigkeit Tags und Nachts müssen mindestens eine Pflegekräfte, sowie eine weitere Person (auch Familienangehörige etc.) tätig werden
  • zusätzlich: ständige Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung ist erforderlich

Um die Härtefallregel in Anspruch nehmen zu können, muss nur eines der beiden Merkmale erfüllt sein.

Falls der Versicherte mit der Einstufung nicht einverstanden ist, hat er die Möglichkeit bei seiner Pflegekasse Widerspruch einzulegen.

Pflegeleistungen 2013

Stationär:

  • Stufe I: 1023 Euro
  • Stufe II: 1279 Euro
  • Stufe III: 1550 Euro
  • Härtefall: 1918 Euro

Pflegesachleistungen

  • Stufe 0 (mit Demenz*): 225 Euro
  • Stufe I: 450 Euro
  • Stufe I (mit Demenz*): 665 Euro
  • Stufe II: 1100 Euro
  • Stufe II (mit Demenz*): 1250 Euro
  • Sufe III: 1550 Euro
  • Härtefall: 1918 Euro

Pflegegeld

  • Stufe 0 (mit Demenz*): 120 Euro
  • Stufe I: 235 Euro
  • Stufe I (mit Demenz*): 305 Euro
  • Stufe II: 440 Euro
  • Stufe II (mit Demenz*): 525 Euro
  • Sufe III: 700 Euro

Zusätzliche Betreuungsleistung

  • Grundbetrag: 100 Euro
  • erhöhter Betrag: 200 Euro

*Gültig für Personen, die erheblich im Alltag eingeschränkt sind, besonders Demenzerkrankte

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Wenn Menschen aufgrund ihres Alters, einer Krankheit oder den Tod des Lebenspartners nicht mehr selber für sich sorgen können, stellt sich oftmals die Frage nach der geeigneten Pflegeform. Unterschieden werden hier drei große Bereiche:

  • Ambulante oder häusliche Pflege
  • Teilstationäre Pflege
  • Stationäre Pflege

Ambulante oder häusliche Pflege

Das Ziel der ambulanten oder häuslichen Pflege ist, dass die pflegebedürftige Person solange wie möglich in der eigenen Wohnung und somit auch vertrauten Umgebung weiterleben kann.
Hierfür kümmern sich entweder Familienangehörige (oft in Zusammenarbeit mit professionellen Pflegekräften) oder ambulante Pflegedienste um die betroffene Person.

Wenn Familienangehörige selber Pflegen, bedeutet dies auf der einen Seite zwar eine finanzielle Erleichterung, dafür muss jedoch oftmals ständig jemand Zuhause bzw. bei der zu pflegenden Person sein. Da das nicht immer möglich ist, suchen viele nach Alternativen zu teuren Pflegediensten aus Deutschland. Pflegekräfte aus Polen stellen hier eine günstige Alternative dar, die Rechtslage ist jedoch schwierig einzuschätzen.

Teilstationäre Pflege

Bei der teilstationären Pflege handelt es sich um eine stundenweise Betreuung der zu pflegenden Person, die ansonsten jedoch Zuhause zum Beispiel durch Familienangehörige gepflegt wird. Hierzu gehören die „Tagespflege für Senioren“ als auch die „Nachtpflege“.

Stationäre Pflege

Zu stationären Pflegeeinrichtungen gehören die klassischen Altenheime, Altenwohnheime und die Pflegeheime. Da Pflegeversicherungen heutzutage ambulante Pflege stärker fördern und unterstützen als stationäre werden Menschen immer länger Zuhause gepflegt und kommen oftmals erst dann in Pflegeeinrichtungen, wenn der Pflegebedarf sehr hoch ist.

Welche Versorgungsform eignet sich für wen?

Bei der Entscheidung für die ein oder andere Versorgungsform müssen nicht nur finanzielle Aspekte berücksichtigt werden, sondern auch viel organisatorisches. Wenn man sich zum Beispiel für die häusliche Pflege entscheidet, muss nicht nur gewährleistet sein, dass ständig jemand verfügbar ist, sondern auch, dass die benötigten Kenntnisse durch unterstützende Fachkräfte vermittelt werden. Zudem sollten wenn möglich auch die Wünsche der oder des Betroffenen berücksichtigt werden.

Vor kurzem hat die ARD einen interessanten und wichtigen Beitrag zum Thema Gewalt in der häuslichen Pflege veröffentlicht, welche entstehen kann, wenn Familienangehörige mit der Pflege überlastet sind, und leistet damit einen wichtigen Beitrag dazu, die Öffentlichkeit auf das Thema Gewalt in der Pflege aufmerksam zu machen: