Pflegestufen

Um zu entscheiden, wie hoch die Leistungen sind, die die Pflegekasse Pflegebedürftigen zukommen lässt, gibt es verschiedene Pflegestufen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie viel Zeit in die Grundpflege investiert werden muss. Bei der Grundpflege handelt es sich um alle Tätigkeiten, die auf die Grundbedürfnisse zurück gehen (z.B. Körperfplege, Ernährung oder Mobilität).

Wenn die Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 nicht erfüllt sind, ein Hilfebedarf aber trotzdem besteht, gibt es seit dem 1. Juli 2008 die Möglichkeit einen Betreuungsbetrag in Höhe von 100 oder 200 Euro im Monat zu beantragen. In diesem Fall spricht man von der Pflegestufe 0.

Pflegestufe I: Erhebliche Pflegebedürftigkeit

  • mindestens 1x täglich ein Hilfebedarf bei mindestens 2 Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege
  • zusätzlich: mehrfach in der Woche muss Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung von Nöten sein
  • wöchentlicher Zeitaufwand: im Tagesdurchschnitt: 90 Minuten (wovon 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen

Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftigkeit

  • mindestens 3x täglich zu verschiedenen Tageszeiten wird Hilfe bei der Grundpflege benötigt
  • zusätzlich: mehrfach in der Woche muss Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung von Nöten sein
  • wöchentlicher Zeitaufwand: im Tagesdurchschnitt: 3 Stunden (wovon 2 Stunden auf die Grundpflege entfallen müssen)

Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftigkeit

  • Hilfebedarf bei der Grundpflege ist jederzeit gegeben, sowohl Tags als auch Nachts („rund um die Uhr“)
  • zusätzlich: mehrfach in der Woche muss Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung von Nöten sein
  • wöchentlicher Zeitaufwand: im Tagesdurchschnitt: 5 Stunden (wovon 4 Stunden auf die Grundpflege entfallen müssen)

Sind die Voraussetzungen für eine Einordnung in die Pflegestufe 3 gegeben und liegt zusätzlich ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf vor, so ist es zudem möglich eine Härtefallregelung in Anspruch zu nehmen. Die Voraussetzungen hierfür sind:

  • ein Hilfebedarf bei der Grundpflege von mindestens 6 Stunden täglich, wobei 3 Stunden auf die Nacht fallen
  • in vollstationären Einrichtungen ist zudem eine dauerhafte medizinische Behandlungspflege zu berücksichtigen

oder

  • der Hilfebedarf kann auch Nachts nur durch mehrere Pflegekräfte, die gleichzeitig tätig sein müssen gedeckt werden
  • bei wenigstens einer Tätigkeit Tags und Nachts müssen mindestens eine Pflegekräfte, sowie eine weitere Person (auch Familienangehörige etc.) tätig werden
  • zusätzlich: ständige Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung ist erforderlich

Um die Härtefallregel in Anspruch nehmen zu können, muss nur eines der beiden Merkmale erfüllt sein.

Falls der Versicherte mit der Einstufung nicht einverstanden ist, hat er die Möglichkeit bei seiner Pflegekasse Widerspruch einzulegen.

Pflegeleistungen 2013

Stationär:

  • Stufe I: 1023 Euro
  • Stufe II: 1279 Euro
  • Stufe III: 1550 Euro
  • Härtefall: 1918 Euro

Pflegesachleistungen

  • Stufe 0 (mit Demenz*): 225 Euro
  • Stufe I: 450 Euro
  • Stufe I (mit Demenz*): 665 Euro
  • Stufe II: 1100 Euro
  • Stufe II (mit Demenz*): 1250 Euro
  • Sufe III: 1550 Euro
  • Härtefall: 1918 Euro

Pflegegeld

  • Stufe 0 (mit Demenz*): 120 Euro
  • Stufe I: 235 Euro
  • Stufe I (mit Demenz*): 305 Euro
  • Stufe II: 440 Euro
  • Stufe II (mit Demenz*): 525 Euro
  • Sufe III: 700 Euro

Zusätzliche Betreuungsleistung

  • Grundbetrag: 100 Euro
  • erhöhter Betrag: 200 Euro

*Gültig für Personen, die erheblich im Alltag eingeschränkt sind, besonders Demenzerkrankte

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit